Hintergrundinformationen zu Fortress
Selbstdarstellung
Die Fortress Investment Group LLC ist eine global tätige Investmentgesellschaft, die ein Beteiligungskapital von ca. 15 Milliarden US-Dollar für überwiegend institutionelle Investoren verwaltet.
Fortress wurde 1998 gegründet .
Unter der Federführung von Fortress wurden über 60 Transaktionen im Bereich von Finanz- und Immobilienanlagen in Nordamerika und Europa für die Private Equity Fonds durchgeführt. Die Investments repräsentieren einen Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Zahlreichen Beteiligungsunternehmen wurde Fremdkapital durch die Ausgabe von Wertpapieren im Wert von mehr als 14 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt.
Bisherige Wohnungskäufe in Deutschland
2004: 81.000 Wohnungen der BfA (Gagfah) für 3,5 Mrd.
2005: 30.000 Wohnungen der Immobilientochter der Norddeutschen Landesbank (Nileg) für 1,5 Mrd.
Negative Erfahrungen mit Fortress
Beispiel Stuttgart:
Artikel aus der Mieter Zeitung Stuttgart, 6/2005 von Rolf Gaßmann
Wohnungsverkäufe führen zu Mieterhöhungen
Als vor einem Jahr die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte wegen der leeren Rentenkassen ihr Wohnungsunternehmen Gagfah verkaufte, wurden die Mieter beruhigt: Eigenbedarfskündigungen würden vertraglich für die nächsten 10 Jahre ausgeschlossen (für über 60-jährige Mieter sogar lebenslang), Luxusmodernisierungen seien nicht möglich, Mietererhöhungen in den ersten fünf Jahren auf 1,5 Prozent über dem Verbraucherpreisindex begrenzt.
Umso erstaunter waren die Gagfah-Mieter in Stuttgart, als sie kurz nach Eigentümerwechsel Mieterhöhungen erhielten, die die gesetzlich zulässige Grenze von 20 Prozent voll ausschöpften. Hilfe suchend wandten sich auch Mieterin Charlotte B. an den Mieterverein Stuttgart und bat um Überprüfung.
In einem Protestschreiben wandte sich Mietervereinsvorsitzender Rolf Gaßmann an den Vorstand der Gagfah. Er erinnerte an die Presseerklärung anlässlich des Verkaufs der bundesweit 80.000 Wohnungen. Dabei sei der Öffentlichkeit vermittelt worden, der Mieterhöhungsspielraum werde für insgesamt zehn Jahre „weiter als gesetzlich vorgesehen eingeschränkt“. davon sei bei den Mieterhöhungen keine Rede mehr, vielmehr erhöhe die Gagfah bis zur gesetzlich möglichen Grenze von 20%.
Die Antwort der für Stuttgart zuständigen Geschäftsführung findet der Mieterverein äußerst empörend. So behauptet die Gagfah nun, dass „Vereinbarungen und Verpflichtungen überwiegend keine Wirkung gegenüber Dritten entfalten, zu denen auch die Mieter gehören“. Des Weiteren behauptet die Gagfah, die Begrenzung der Mietpreiserhöhungen auf 1,5% über der Inflationsrate beziehe sich nur auf den Gesamtbestand der Gagfah. Rolf Gaßmann schlussfolgert, „die Vereinbarung ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben wurde, da die Gesamtmiethöhe der Gagfah ihre 20-prozentige Mieterhöhung einfach damit begründen, dass sie im Osten Deutschlands die Miete nicht erhöhe.
Der Mieterverein Stuttgart verlangt nun vom Präsidenten der Deutschen Rentenversicherung eine Klärung der Angelegenheit. Er fordert diesen per Brief auf, klarzustellen, "„welche Kontrollmechanismen Sie eingesetzt haben, damit die Einhaltung der Auflagen des Kaufvertrages überprüft wird“ und ob er die Auffassung teile, „dass die Vereinbarungen gegenüber Mietern keine Wirkung haben“.
Die Erklärungen der nun sich im amerikanischen Besitz befindlichen Gagfah legen für Rolf Gaßmann den Verdacht nahe, dass Mieter und Öffentlichkeit grob getäuscht wurden. Schon wenige Monate nach Übernahme des Wohnungsbestandes durch den amerikanischen Investor Fortress war der Presse zu entnehmen, dass die Gagfah innerhalb von 18 bis 24 Monaten an die Börse gebracht werden soll. Um hierbei hohe Spekulationsgewinne zu erzielen, muss Fortress durch saftig steigende Mieteinnahmen weiter raffgierige Kapitalanleger für den Aktienkauf interessieren.
Mieterverein und Mieterbund bekämpfen seit Jahren solche Wohnungsverkäufe. „Unsere Wohnungsbestände dürfen nicht weiterhin den kurzfristigen Profitinteressen von in- oder ausländischen Heuschrecken ausgeliefert werden“, fordert Gaßmann.
Die WOBA Dresden GmbH ist nach der Fusion von Südost Woba
Dresden GmbH, Wohnbau Nordwest GmbH, Stesad GmbH und Stesad Immobilien
GmbH das einzige kommunale Wohnungsunternehmen in der Landeshauptstadt
Dresden. Die WOBA Dresden GmbH verfügt über 47.829 Wohnungen,
1.337 Gewerbeeinheiten und 8.195 PKW-Stellplätze. Sie stellt
damit einen übergroßen Anteil des städtischen Vermögens
dar. Dieses Vermögen muss unter kommunaler Steuerung bleiben.
Die Ursachen des Haushaltsdefizits der Stadt Dresden werden mit
dem Totalverkauf nicht behoben, sondern allenfalls teilweise und
höchst provisorisch die Löcher gestopft. Die Veräußerung
bringt erhebliche Nachteile für die Landeshauptstadt mit sich,
da sie sämtliche Einflussmöglichkeiten auf den Wohnungsmarkt
und jährliche WOBA-Gewinne in Höhe von 10 Millionen Euro
einbüßen würde.
Mit dem Großteil des städtischen Vermögens wäre
auch ein direkter Einfluss auf die Stadtentwicklung verloren. Hartz-IV-Empfänger
und Niedrigverdiener fänden noch schwieriger angemessenen Wohnraum.
Die Absicherung der Interessen von Stadt und Mietern gewährleistet
auch eine Sozialcharta, die weder insolvenzfest noch unbefristet
gültig ist, nicht nachhaltig .Obendrein kommt ein Totalverkauf
ausschließlich an ausländische Fondsgesellschaften in
Betracht, die auf pure Renditemaximierung orientiert sind. Das stellt
ein erhebliches Risiko zulasten von Mietern und WOBA-Beschäftigten
dar.
Ausführliche Informationen zum 100%-Verkauf der WOBA
WOBA-Verkauf: Konsequenz einer falschen Investitionspolitik
Aufgrund einer langjährig verfehlten Finanzpolitik, vor allem
durch die hohe Kreditaufnahme für überdimensionierten
Straßenbau in den Jahren 1991 bis 1995, hat sich die Stadt
in eine finanzielle Zwangslage mit riesigen Haushaltslöchern
gebracht. Allein der Tunnel am Wiener Platz kostete die Stadt über
100 Mio. Euro. Die Entscheidung für den Bau der Autobahn A17
verpflichtete die Stadt zum Bau von Autobahnzubringern auf eigene
Kosten, die ganz nach Dresdner Manier zu groß und zu teuer
geplant wurden.
Der von der Mehrheit des Stadtrates betriebene 100%-ige WOBA-Verkauf
dient dazu, einen für die nächsten Jahre genehmigungsfähigen
Haushalt hinzubiegen und Straßengroßprojekte wie die
per Bürgerentscheid bestätigte Waldschlößchenbrücke
und den überzogenen B 173-Ausbau durchzuziehen.
Durchmarsch im Stadtrat ohne Diskussion
Im März beschloss der Stadtrat, drei Varianten der „Vermögensaktivierung“
der WOBA zu prüfen: Anteilsverkauf, paketweiser Grundstücks-
und Wohnungsverkauf oder Kreditaufnahme durch die WOBA. Im Juni,
noch vor Abschluss der Variantenprüfung, beschloss die Mehrheit
des Stadtrates den Verkauf von 100% der WOBA. Die prozessbegleitende
Lenkungsgruppe, in der auch Stadträte sitzen, verkommt durch
Tischvorlagen und fehlende Beratungszeit bei hohem zeitlichen Druck
zu einem Schnittchengremium. Diskussionen in den Fachausschüssen
für Soziales und Stadtentwicklung fanden bisher überhaupt
nicht statt!
Ist der WOBA-Verkauf die Rettung bei der Entschuldung?
Nein. Die Verwaltung behauptet es: die Verkaufserlöse sollen
ausschließlich zur Schuldentilgung eingesetzt werden. Dies
ist aber nicht die Wahrheit. Denn für die Jahre 2005 bis 2008
werden von den Erlösen 136 Mio. € im Vermögenshaushalt
eingeplant. Der Vermögenshaushalt legt den Schwerpunkt aber
nach wie vor auf Straßengroßprojekte (2005: 107 Mio.
€) mit teuren Folgekosten, anstatt auf die Sanierung von Kitas
(2005: 11 Mio. €) und Schulen (37 Mio. €). Das heißt:
die Ursachen unserer Finanzprobleme werden nicht bearbeitet, so
dass sie uns bald wieder einholen werden! Diese Politik enterbt
unsere Kinder und Enkel! In Straßenbauprojekte zu investieren,
nur weil es dafür Fördermittel gibt, halten wir für
falsch. Denn auch Fördermittel sind öffentliche Gelder
und dürfen nicht verschwendet werden. Zudem können sie
häufig auch für andere Zwecke eingesetzt werden. Und die
Eigenanteile der Stadt überfordern Dresden oft jetzt schon.
Wie können die Dresdner Haushaltsprobleme anders gelöst
werden?
Wir schlagen zur Lösung der Dresdner Haushaltsprobleme ein
radikales Umsteuern vor: Sanierung statt Verkehrsneubauprojekten
und bauliche Investitionen nur dort, wo dann laufende Kosten gespart
werden. Nur unter dieser Bedingung können wir uns z.B. vorstellen:
Den Verkauf eines WOBA-Anteils unter 50% zu einem günstigen
Zeitpunkt, verträgliche Verkäufe von Wohnungen und Grundstücken
an die Mieter incl. Genossenschaftsausgründungen sowie weitere
Sparmaßnahmen im Verwaltungshaushalt. Mit dem Freistaat muss
zur Mitfinanzierung sozialer Aufgaben verhandelt werden.
Wer kommt als Käufer in Betracht?
Derzeit investieren in den deutschen Mietwohnungsmärkten vor
allem ausländische Fondsgesellschaften, z.B. Fortress, Blackstone,
Goldman Sachs, Morgan Stanley, Corpus, Cerberus oder Terra Firma.
Die Investition erfolgt mit der klaren Erwartung einer rentierlichen
Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Die Margen müssen nach
den Vorgaben der Geldgeber deutlich über 10 %, bezogen auf
das eingesetzte Kapital, liegen. So stieg die Dividende der Berliner
GEHAG nach dem Verkauf von ca. 4 Millionen DM (1998) auf bspw. 114
Millionen im Jahr 2001, also um mehr als das 25-fache! Wohnungsgesellschaften
werden hier zum Spielball von Risikokapitalgeschäften.
Wie sollen diese Gewinne erzielt werden?
- Durch betriebswirtschaftliche Verbesserung der Unternehmensführung,
- durch Verkauf einzelner Wohnungen und Immobilien, Ausnutzung aller
Mieterhöhungsspielräume, Schaffung von Modernisierungsgewinnen,
Streckung oder Aussetzung von Instandsetzungsprogrammen oder die
Entnahme von Rücklagen und
- durch weiteren Handel mit den erworbenen Wohnungsbeständen
und Anteilen.
Da die Erlöse aus Verkäufen sowie betriebswirtschaftlichen
Verbesserungsprozessen spätestens nach fünf Jahren erschöpft
sein werden, kommt danach eine weitere Renditesteigerung hauptsächlich
aus Mieteinnahmen. Dies bedeutet z.B. höhere Grundmieten, Einsparungen
bei Instandhaltung oder Luxus-Modernisierungen.
Welche finanziellen Nachteile bringt der Verkauf für
Dresden?
Dresden verliert mit einem Verkauf Einflußmöglichkeiten
auf dem Wohnungsmarkt und jährliche WOBA-Gewinne von derzeit
10 Mio € im Jahr, die in den Stadthaushalt fließen. Dr.
Franz-Georg Rips, Direktor des deutschen Mieterbundes: „Die
Kommunen geben mit dem Verkauf ihrer Wohnungsbestände einen
Faustpfand aus der Hand, was spätestens beim nächsten
Engpass auf dem Wohnungsmarkt hohe Folgekosten nach sich ziehen
wird: Notwendiger Ankauf neuer Belegungsrechte , neue Strategien
zur Unterbringung von Obdachlosen und zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit,
die Übernahme höherer Mieten und steigender Wohngeldausgaben
bei Anstieg des allgemeinen Mietenniveaus...“
Auch die konkrete Vertragsgestaltung enthält Risiken. So könnte
der Investor Schadensersatz fordern, wenn die Wohnungen Mängel
haben, so geschehen beim Verkauf der Berliner GSW. Setzt die Stadt
wirksame Sozialkriterien durch, mindert das den Kaufpreis, daher
bremsen hier OB Roßberg und Finanzbürgermeister Vorjohann.
Eine Abwägung zwischen sozialen Folgekosten, verlorenen Gewinnen
für die Stadt und einer Schuldentilgung durch den erzielbaren
Kaufpreis existiert leider nicht.
Wie weit kann eine Dresdner Sozialcharta die Stadt und
die Mieter absichern?
Die Bürgerinitiative „WOBA erhalten!“ist gegen
den WOBA-Verkauf; wir wollen aber auch die Rechte der Mieterinnen
und Mieter und sowie Verantwortung der WOBA für die Stadtentwicklung
im Falle eines Verkaufes wahren. Wichtige Anregungen gibt die sogenannte
„Gagfah-Sozialcharta“, die die Bundesversicherungsanstalt
für Angestellte 2004 beim Verkauf der 81.000 Wohnungen ihrer
Wohnungsgesellschaft Gagfah an Fortress vereinbarte.
Leider können Sozialkriterien unterlaufen werden, wenn sie
nur im Kaufvertrag vereinbart sind. Wir fordern daher, dass die
sozialen Schutzkriterien direkt in die Mietverträge zwischen
der WOBA und den Mietern aufgenommen werden. Aber: Viele Vereinbarungen
werden auf maximal 10 Jahre begrenzt! Danach dürften sich die
negativen Verkaufsauswirkungen potenzieren. Außerdem ist es
weder möglich noch üblich, alle denkbaren Problembereiche
vertraglich zu regeln.
Sind auch Nicht-WOBA-Mieter vom Verkauf betroffen?
Ja. Betroffen sind alle Dresdnerinnen und Dresdner. Denn ein großer
Teil des städtischen Vermögens ist dann unwiederbringlich
verloren. Außerdem verliert Dresden Einfluss auf die Stadtentwicklung.
Ob beispielsweise Spielplätze und bislang öffentlich genutzte
Wege durch die Wohngebiete erhalten bleiben, liegt dann in der Hand
des Investors. Da der Käufer seine Spielräume zur Mieterhöhung
und Modernisierung maximal ausnutzen wird, erwarten wir eine Steigerung
des allgemeinen Mietniveaus. Für Hartz-IV-Empfänger und
Niedrigverdiener wird es schwieriger, eine angemessene Wohnung zu
finden.
Wir haben vorgeschlagen, dass der Käufer - wenn denn ein Verkauf
schon sein muss - der Stadt Fonds zur freien Verwendung für
Soziales und Stadtentwicklung zur Verfügung stellt. Damit könnten
dann Maßnahmen finanziert werden, für die sonst das Geld
fehlt - z. B. Investitionen im öffentlichen Raum oder in Begrünung.
Bisherige beispielhafte Erfahrungen mit Verkäufen:
Problem Betriebskostensteigerung durch Ausgliederungen
Nach einer Privatisierung werden oftmals Leistungen (Hausmeisterdienste,
Grünanlagenpflege, Wärmeversorgung...) ausgegliedert bzw.
extern erbracht und damit verteuert. So stiegen z.B. 1998 nach der
Privatisierung die Heizkosten einer Wohnanlage in Berlin-Wedding
bei gleichem Verbrauch um Größenordnungen (z.B. von 1.000
auf 1.800 DM).
Problem der Wohnungsweiter-und-weiter-Verkäufe
Nach dem Verkauf der Berliner GEHAG 1998 (29.000 Wohnungen) sind
schon im ersten Jahr 3000 Wohnungen weiterverkauft worden. Davon
gingen lediglich 280 Wohnungen an ehemalige Mieter. Das Ziel der
Schaffung von "Mietereigentum" und das Verbot von en-bloc-Verkäufen
stand weitgehend nur auf dem Papier.
2004 wurde in Berlin die größte Wohnungsbaugesellschaft
des Landes, die GSW mit insg. 70.000 Wohneinheiten, an die amerikanischen
Fonds- bzw. Investgesellschaften Whitehall und Cerberus verkauft.
Schon innerhalb des ersten Jahres nach dem Kauf sollen 20.000 Wohnungen
weiterverkauft werden! Bereits vier Monate nach der Privatisierung
wurde ein Teil-Bestand von 1529 Wohnungen an die Vivacon AG verkauft,
die ihrerseits noch 2004 886 Wohnungen an die österreichische
conwert Immobilien Invest AG verkaufte.
Probleme bei Modernisierungen & Mieterhöhungen
Nur drei Monate nach dem Verkauf an conwert wurde der Austausch
der Fenster (Mietsteigerung ca. 15 Euro/Monat) und der Anbau von
Balkonen (Mietsteigerung ca. 50 Euro/Monat) angekündigt. Eine
Befragung zeigte: Die angekündigten Mietsteigerungen sind für
81% der Befragten ein Problem. Bei den Mieter/innen, die einen Balkon
bekommen sollen, liegt dieser Anteil sogar bei 85%.
Druck auf Mieter bei Modernisierungen
Die GSW bat im Februar 2005 um die Zustimmung zu den geplanten Modernisierungen
mit kurzfristiger Terminsetzung. Obwohl Mieter/innen bei Modernisierungsankündigungen
eine dreimonatige Bedenkzeit zusteht, hat die GSW nach Ablauf des
ersten Termins unter Klageandrohung einen zweiten Termin festgesetzt.
Bei Mieter/innen, die auch bis dahin nicht unterschrieben (und damit
die ihnen zustehende Bedenkzeit in Anspruch nahmen oder die Modernisierung
ablehnten), versuchte die GSW mit Telefonanrufen und weiteren Schreiben
den Druck für eine Zustimmung zur Modernisierung zu erhöhen.
Druck auf Mieter zum Wohnungskauf
Nach dem GEHAG-Verkauf in Berlin wurden Mieter unter Druck gesetzt,
ihre Häuser zu kaufen (Hufeisensiedlung Berlin), bei Kaufunwilligen
gab es praktisch nur unter Klageandrohung etc. Instandhaltungsmaßnahmen,
Käufern wurden diese selbst aufgebürdet, Mieterhöhungsspielräume
als „Anreiz“ zum Kauf wurden vollständig ausgenutzt,
einer eigens gegründeten Mietergenossenschaft wurde der Kauf
der Siedlung jedoch nicht ermöglicht.
Änderung des baulichen und sozialen Charakters von
Wohngebieten
Durch den Verkauf von Hufeisensiedlungshäusern an die Mieter
änderte sich der Charakter der denkmalgeschützten Anlage,
z.B. wurden Gärten zu Parkplätzen umfunktioniert, alte
mehrteilige Holzfenster durch einteilige Kunststofffenster ersetzt,
Denkmalschutzbestimmungen zunehmend unterlaufen. Zwischen den Bewohnern
kam es durch Unterteilung in Käufer und Nichtkäufer zunehmend
zu Nachbarschaftsstreitigkeiten.
Probleme bei Liquiditätsschwierigkeiten der Investoren
1996, nach dem Verkauf von 15% der Gebäudewirtschaft Cottbus
an die Aubis-Gruppe, lagen aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten
der Investoren die Sanierungsarbeiten einige Monate lang brach.
Heizungsanlagen wurden nicht repariert, abgerissene Balkone gerieten
zum Sicherheitsrisiko. Die von den Mietern kassierten Betriebskosten
für Wasser, Strom und Müllabfuhr wurden von den Investoren
teilweise nicht weitergeleitet. Wie auch in Görlitz drohten
die Stadtwerke in Cottbus damit, den Strom abzustellen.
Vorsicht vor rechtsextremen Bauernfängern!
Die Entscheidung des Dresdner Stadtrates vom 14. Juli hat bei vielen
Menschen Beunruhigung und Empörung ausgelöst. Rechtsextremistische
Kräfte versuchen, das auszunutzen und haben die Einwohnerversammlungen
zum WOBA-Verkauf massiv als Tribüne genutzt. Außerdem
ist vor einem Teil der z. Zt. kursierenden Unterschriftenlisten
zu warnen. Es besteht die Möglichkeit, dass extremistische
Gruppen versuchen, über Unterschriftenlisten Adressen zu erhalten!
Wir empfehlen Ihnen daher, bei Unterschriftenlisten genau hinzugucken!
Der in rechtsextremen Kreisen verkehrende Enrico F. sammelt sogar
Unterschriften für ein angebliches „Bürgerbegehren“.
Dabei hat er dreist eine bekannte engagierte WOBA-Mieterin ohne
ihr Wissen als Unterstützerin auf diesen Unterschriftenlisten
angegeben! Hierzu sagen wir: Ein Bürgerbegehren muss hohen
juristischen Ansprüchen genügen und einen realistischen
Kostendeckungsvorschlag enthalten. Den Mieterinnen und Mietern ist
mit diesem Schnellschuss, der vor Gericht keinerlei Bestand haben
würde, nicht gedient !
Unterschriftenlisten prüfen! Kräfte bündeln!
Deshalb: Prüfen Sie bitte genau, was Ihnen zum Unterschreiben
vorgelegt wird! Auf den Unterschriftenlisten für das Bürgerbegehren
der Bürgerinitiative „WOBA erhalten!“ sind Vertreter
der Initiatoren als Einreicher angegeben. Diese Unterschriftenlisten
sind als pdf-Datei abrufbar. Nur diese Listen werden später
rechtlich anerkannt werden Deshalb nutzen Sie auch bitte nur noch
diese, wenn Sie gegen den Verkauf der WOBA unterschreiben oder aber
selbst Unterschriften sammeln wollen!
Unterstützen auch Sie mit Ihrer Unterschrift das Bürgerbegehren
zum
WOBA-Verkauf!
Ihre Bürgerinitiative
WOBA erhalten! |